Welpenerziehung

Welpentraining – Stressmanagement

Ein Miniatur Bullterrier steht auf dem Tisch und verarbeitet Reize
geschrieben von Carsten Wagner

Welpentraining sollte immer darauf abzielen, dem Welpen die nötigen Informationen zu vermitteln, die ihm später helfen werden, ein stressfreies Leben führen zu können. In diesem Beitrag erfahrt ihr, was man tun kann, um den Welpen konstruktiv zu fordern, um ihn wachsen zu lassen.

Es geht beim Welpen immer um Informationen.

Im Welpentraining geht es primär immer darum Eindrücke zu sammeln. Jede von uns als selbstverständlich erklärte Situation, heißt für einen Welpen möglicherweise genau das Gegenteil. Denn überrascht, überfordert und manchmal sogar hilflos, kann der Welpe in neuen Situationen wirken, die er nicht richtig einschätzen kann.

Da sich Choke gegenüber den vielen schon begegneten Umweltreizen sehr stabil zeigt, wurde es Zeit, dem kleinen Knaben etwas Neues zum Denken zu geben, was sein Ausreifen, bei richtiger Handhabe, begünstigt.

Mit Hunden leben - Hundeschule trägt einen kleinen Miniatur Bullterrier auf den Arm

Ein Miniatur Bullterrier Welpe wird getragen.

Kleine Portionen Stress stärken die Nerven.

Es ist, nicht nur durch Kruchinsky, bewiesen worden, dass Welpen, die in einer sensiblen Phase, regelmäßig kleinen Portionen Stress ausgesetzt wurden, nervenstärker und leistungsfähiger waren, als jene, die in diesen Phasen in Watte gepackt wurden. Wichtig ist allerdings zu bedenken, dass diese Reize nur so verabreicht werden, dass der Welpe durch seine Emotionen nicht zumacht und in Panik gerät.

Das kann ich persönlich aus eigenen Erfahrungen nur bestätigen. Die fast schon gemeinsam erlebten 14 Tage, zeigten bei Choke eine rasante Entwicklung und Ausprägung bestimmter Verhaltensweisen, nicht zuletzt dank der täglichen Herausforderungen, denen er durch meine Tätigkeit in der „Hundeschule Düsseldorf – Mit Hunden leben“ gegenüberstand.

Choke wurde in seinem ganzen Verhalten und Wesen ruhiger, gesetzter, mutiger und lernbegieriger.

Es ist Zeit für neue Herausforderungen.

Was bietet sich denn da besser an, als ein Besuch auf dem Hundeplatz. Sicherlich hat dies nichts mit der Umwelt im Alltag zu tun. Doch darum ging es mir auch gar nicht. Mir war wichtig, zu sehen, wie der kleine Kerl auf eine Umgebung reagiert, in der Dynamik und Spannung in der Luft liegt, wenn die Großen bei der Arbeit sind.

Zwei Hunde verbellen den Halter druckvoll, laut, während ein Minatur Bullterrier Welpe daneben steht, und beginnt die Reize zu verarbeiten.

Druckvolles Verbellen – Welpe lernt damit umzugehen.

Wie Choke auf bellende Hunde reagiert, wurde schon mit Jasper getestet. Er war sichtlich beeindruckt. Diese Begegnung wurde nun so lange ausgearbeitet, bis Choke beim Verbellen von Jasper keine Mine mehr verzog und einfach bei ihm stand, während Jasper druckvoll lauthals Gas gegeben hat.

Habituation stärkt das Nervenkonstrukt.

Dieses stabile Verhalten von Choke kann man nun damit in Verbindung bringen, dass er gelernt hat, das Verhalten von Jasper richtig einzuordnen, was wiederum nur möglich ist, wenn sich die Nervenstränge in seinem Gehirn erweitert und gestärkt haben.

Wie wir nun schon öfter gehört haben, sind es unter anderem die Nerven, die einen sehr großen Einfluss darauf haben, wie Umweltreize vom Hund behandelt werden. Um die Schaltzentrale des kleinen Bullykopfes auszubauen, waren nun neue Situationen zu schaffen, die ähnlich erlebte Bedingungen neu konstruiert zeigen, um Variabilität in Bezug auf Verhalten und Ausdruck anderer Hunde zu schaffen.

Ein Jack Russellterrier und ein Appenzeller-Labradormix kämpfen um einen Futterbeutel

Kampf und Zerrspiele erzeugen sehr viel Dynamik

Ein Hundeplatz kann hilfreich sein.

Es war für Choke ein Besuch auf dem Hundeplatz angesetzt. Da wir eh Übungsstunde hatten, war diese neu geschaffene Erfahrung mit keinem größeren Aufwand verbunden. Welpentraining von Mit Hunden leben – Hundeschule Düsseldorf ist daher so effektiv, weil es in den Alltag so integriert wird, dass es weniger ein Training ist, sondern der Beginn einer Lebenseinstellung.

Sportliche Ausbildung hat nichts mit Sozialkompetenz zu tun.

Hundeplätze gibt es viele und das Angebot ihrer dargebrachten Leistungen ist ebenso vielfältig. Im DMC Leichlingen Düsseldorf steht der Hundesport mit der Abteilung Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst auf dem Programm. Ich werde jetzt keine Grundsatzdiskussion einleiten, denn es gibt zahlreiche Gegner des Schutzdienstes, genauso wie es Befürworter gibt.

Ich mag diesen Ausbildungszweig, denn er spricht viele Möglichkeiten an, den Hund in Konzentration, Teamarbeit, Schnelligkeit, Präzision, Ausdauer, Gehorsam, Impulskontrolle, Kopfarbeit usw. zu schulen, was primär für die Bindung, als auch sekundär für die Beziehung sehr förderlich sein kann, wenn es gut gemacht ist! Für mich persönlich ist es ein Genuss immer wieder zu erleben, wie präzise Hunde bei ihrer Arbeit sein können, wie sie in der Arbeit aufgehen und wie sich die Hunde in ihren Fähigkeiten entwickeln.

Beziehung entsteht im Alltag und nicht auf dem wöchentlich besuchten Hundeplatz.

Worum es mir nun aber geht, ist sicherlich nicht, den Schutzdienst zu verkaufen oder gar zum Besuch eines Hundeplatzes zu raten – ich persönlich halte den klassischen Hundeplatz für Umweltstabilität und Beziehungsarbeit für mehr als ungeeignet – sondern mir ging es im Vordergrund darum, Choke mit einer Dynamik in Kontakt zu bringen, die er im Alltag so nie finden wird.

Solch eine besondere Situation lässt, wie wir nun schon wissen, sein kleines Gehirn aufgrund neuer Informationen weiterwachsen, was sich im späteren Verhalten positiv zeigen wird. Wenn ein Welpe lernt mit solchen extremen Situationen umzugehen, wird er bei gezeigten Aggressionen nicht mehr so leicht anspringen, weil er eben schon lange gelernt hat, sie anders einzuordnen.

Es brauchte gar nicht viel, um sein Denken anzukurbeln.

Etwas Aggressionsarbeit in der Ferne hat sein Gemüt schon Schwanken lassen. Kurz erklärend: Im Schutzdienst gibt es zwei Möglichkeiten, den Hund dahin aufzubauen, einen Figuranten (Scheintäter) zu stellen, um ihn später zu überführen. Diese Arbeit findet sich bei der Ausbildung von Diensthunden der Polizei genauso wieder, wie bei den Einsatzkräften des SEK oder Zoll.

Dabei wird der Hund entweder über den sogenannten Beutetrieb aufgebaut, oder eben über das in ihm angelegte Aggressionsverhalten. Die zweite Variante ist recht kompliziert, da es ein enorm geschultes Auge und viel Wissen abverlangt, dieses Verhalten in eine saubere Bahn lenken zu können. Der DMC Leichlingen ist ein wahrer Künstler.

Einer der ganz wenigen Vereine, der sich nicht für eine der beiden Varianten entscheidet, sondern beide so exakt aufbaut, dass zwischen den beiden Anlagen Beuteverhalten / Aggressionsverhalten, hin und her geschaltet werden kann, was den Hund wiederum in eine absolute Arbeitsbereitschaft bringt, die man am Druck des Bellens vernehmen kann. Man könnte sagen, diese Hunde meinen es ernst.

Reize müssen dosiert verabreicht werden.

Dabei wählte ich natürlich den Zeitpunkt aus, wo vereinzelt Hunde gearbeitet werden. Im effektiven Übungsbetrieb wäre dies definitiv zu viel gewesen. Wenn Hunde im DMC Leichlingen gearbeitet werden, dann ist die Spannung zum Schneiden. Diese Veränderung der Schallwellen, denn Reize sind nichts anderes, wirken auf jedes emotionsgesteuerte Wesen. So auch auf unseren kleinen halbstarken Zwerg.

Erhöhte Positionen verändern die Sicht zum Reiz.

Interessant ist, wie ein Welpe auf Reize ganz unterschiedlich reagieren kann, wenn seine Position anders gelegt wird. Stellte ich den Miniatur-Bullterrier-Welpen auf den Tisch, dann nahm er den Reiz ganz anders an. Der plötzlich auftauchende Hund wurde, auf erhöhter Position, tapfer verbellt. Ich war recht amüsiert, wie sich dieser kleine, weiße Zwerg stampfend in Szene gesetzt hat.

Triumphierend darüber, dass er seine eigene Angst bezwungen hat, könnte man sagen, ist er wieder mal ein Stück gewachsen. Sicherlich mag der eine oder andere nun denken, dass man diese Verhalten fördert, weil man hier nicht eingreift.

Aber ich erweitere die Frage an dieser Stelle direkt einmal: Was bitte soll man hier, bei einem 10 Wochen alten Hund, unterbinden? Bei einem Welpen dieses Alters, gibt es für mich nichts zu korrigieren. Dieser kleine Knabe lernt sich gerade selber kennen und wenn ich so ein Verhalten einfach mal stehen lasse und es nicht immer gleich auf die Goldwaage lege, hat er mehr gelernt, als durch ein unangebrachtes Verbieten seiner gezeigten Unsicherheit.

Unsicherheiten dürfen nicht korrigiert werden.

Wenn ein Welpe unsicher ist, auch wenn er sich, wie im Video zu sehen war, ganz anders zeigen will, bringt ein Verbot in diesem Alter, mehr Konflikte in den Lerninhalt, als uns beiden später lieb sein wird. Die zusätzliche Frage, die sich nun stellt, ist: Was genau soll demnach bitte der Sinn sein, wenn er noch eine zusätzliche Unsicherheit durch mich erfährt?!

Verhalten können vom Welpen noch nicht eingeordnet werden.

Welpen in diesem Alter können bestimmte Verhaltensweisen noch gar nicht richtig einordnen. Daher tue ich persönlich gar nichts, wenn dieser kleine Zwerg aus der Ferne den großen Rand hat. Dafür kenne ich den Knaben nun gut genug, um zu wissen, dass bei direktem Kontakt das Kartenhaus zusammenfällt.

Welpen brauchen Zeit, um sich mit Situationen auseinandersetzen zu können.

Als ich den kleinen Zwerg heruntergesetzt habe, fing das gerade erwähnte gestapelte Kartenhaus schon an zu wackeln, noch bevor ein sichtbarer Reiz erkennbar war. Durch den Verlust der Höhe, die dem Welpen Größe verlieh, wirkten die Reize nun ganz anders auf ihn. Völlig überfordert versuchte der Welpe die Situation nun neu einzuschätzen.

Das Schöne an diesem Videoclip ist, dass die von „Mit Hunden leben – Hundeschule Düsseldorf“ gelehrten Lerninhalte schon in diesem Alter sauber abrufbar sind, wenn man sich exakt am Welpentraining von „Mit Hunden leben“ orientiert. Wie sauber der erste Lerninhalt eingearbeitet und verstanden wurde, zeigt die Szene im Videoschnitt sehr schön.

Das erlernte und verstandene Bindungssignal ertönt und signalisiert dem Welpen: Schließe dich mir an und finde Schutz! Sofort reagiert der Welpe auf das Signal und orientiert sich, ohne Umschweif, an mir. Und nun greift auch sofort das, in den ersten Wochen, geschaffene Beziehungsfundament. Der Bezug zu mir lässt den sehr jungen Welpen vertrauensvoll Schutz suchen und finden. Und das von sich aus.

Ein rein technisches Welpentraining führt selten zur Beziehung.

Wie oft schon habe ich jedoch erlebt, dass Welpen genau das Gegenteil tun, weil ungünstige Ansätze unabänderlich Programme im Hund geschrieben haben, die ein Beziehen zum Halter unmöglich machen. Sie rennen dann ängstlich umher, ohne eine stabile Position einnehmen zu können, weil keine Substanz in der Beziehung da ist.

Wenn Welpen in ähnlichen Situationen nicht die Nähe zum Halter suchen, ist dies für mich immer schon ein alarmierendes Verhalten. In der gezeigten Video-Szene zeigen sich wichtige Punkte, die vorhanden sein sollten, damit der Hund den Reiz sauber verarbeiten kann. Raum um Fluchtverhalten und Explorationsverhalten zeigen zu können und Zeit und Distanz zum Reiz, um aufgebaute Spannungen abzuarbeiten.

Mit Hunden leben – Hundeschule Düsseldorf

Die Geschichte hat einen Anfang. Ein Miniatur Bullterrier Welpe kommt ins Haus.


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Welpentraining sollte immer darauf abzielen, dem Welpen die nötigen Informationen zu vermitteln, die ihm später helfen werden, ein stressfreies Leben führen zu können. In diesem Beitrag erfahrt ihr, was man tun kann, um den Welpen konstruktiv zu fordern, um ihn wachsen zu lassen.
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