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Aufbau Welpentraining

Eine Welpenausbildung muss die Entwicklungsphasen einbeziehen!

Um Welpen effektiv ausbilden zu können, halte ich es für notwendig, die einzelnen Trainingsabschnitte auf die gerade durchlebten Entwicklungsphasen des jungen Hundes auszurichten. Der Folgetrieb wird daher in der sekundären Sozialisierungsphase aufrechterhalten und ausgebaut.

Werden die Welpen vom Züchter übernommen, wird der Fokus auf den richtigen Einzug in das neue Zuhause gelegt. Hier entsteht schon die Grundlage für die richtigen Verhältnisse im neuen Zuhause. Der zweite Fokus wird sofort auf den Erhalt und den Ausbau des Folgetriebes gerichtet.

Wie man in dieser Szene schön sehen kann, folgt der kleine elf Wochen alte Miniatur Bullterrier seinen neuen Besitzer, ohne gelockt und angebettelt zu werden. Da wir in den ersten drei Wochen kein Futter für die Kommunikation verwenden, lernt der Hund zu verstehen, dem Halter vertrauensvoll aufgrund seiner Präsenz zu folgen.

Ein neutrales Signal ist die Grundlage der Klassischen Konditionierung!

Ist dieser Grundpfeiler des freien Folgens  vom Welpen verstanden, wird das Einflechten des Bindungssignals als Orientierungshilfe zum Menschen eingearbeitet. Der Hund wird weiterhin in der Lage sein, seinem neuen Halter aufgrund seiner schon vermittelten Präsenz ruhig und besonnen zu folgen. Daher ist es wichtig, dass das verwendete Signal vom Welpen neutral verstanden wird.

Würde man hier ein verbales Signal wählen, bestünde die Gefahr, dass der Welpe in eine zu große Erwartungshaltung gerät, weil schon allein im Wort zu viel Emotion liegt. Ziel ist es, im Welpen eine Orientierungsreaktion aufzubauen. Dies ist für den weiteren Trainingsaufbau des Hundes elementar.

Der Abruf aus Hundekontakten wird jetzt gelegt!

Ist das Bindungssignal sauber verknüpft, kann man, wie in diesen Szenen schön zu sehen ist, den elf Wochen alten Welpen aus recht hohen Reizlagen herausholen. Die Grundlage für den Abruf aus Hundebegegnungen, den sich so mancher Hundebesitzer sehnlich wünscht, wird hier schon gelegt. Durch das exakte Einhalten der Trainingsvorgaben hat der Halter im jungen Welpen eine optimale Entwicklungsgrundlage geschaffen, die seine weitere Lernfähigkeit positiv beeinflussen wird.

Wie ein Reiz ins Training eingeflochten wird, mache ich stets vom Charaktertypen und der vorliegenden Nervenstabilität des Hundes abhängig. Es braucht viel Geschick und viel Gefühl den Reiz so zu präsentieren, dass seiner Anziehung vom Welpen widerstanden werden kann.

Nachdem der Folgetrieb, das Bindungssignal und das Sitz vom Welpen verstanden wurden, wird dem Halter der Umgang mit der Leine erklärt. Wann, wie und warum dem Welpen das Kommunikationsmittel Leine nahe gebracht wird, entscheidet sich danach, inwieweit die ersten Eckpfeiler der Ausbildung vom Welpen, aber auch vom Halter, umgesetzt worden sind.

Eines ist das Welpenprogramm von Mit hunden leben –  Hundeschule nicht: pauschal. Wenn man sich die früh angelegten Verknüpfungen im Welpen sauber aufrecht erhält, entstehen mit der Zeit unverrückbare Verhaltensketten.

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Über den Autor

Carsten Wagner

Kommentare

  • Hallo.
    Bin gerade total begeistert. 17 Wochen alter Welpe. Suche seit Tagen nach Wegen, wie er Reizen auf der Straße besser begegnen kann. Spüre schon länger, dass richtige Bindung irgendwie noch fehlt, dass er nicht mich als ruhigen Hort sucht, wenn er “hilflos dem Reiz ausgeliefert” ist. Zieht an Leine, ich muss die aber kurz halten, sonst schnappt er sich den Radfahrer sozusagen. Das schränkt ihn wiederum ein und er kann dem Reiz nicht richtig begegnen. So war mein Gefühl bisher. Finde deshalb eigentlich Trainings-Tipps, wie: “stell dich an Straße und auf die Leine und lass den Hund zappeln, erst wenn er ruhig ist, gib ihm ein fettes Leckerli” echt doof, wusste mir aber bisher nicht anders zu helfen. Meide Welpenschule etc. trotzdem, weil -i c h- ja seine Bezugsperson sein will und nicht irgendein “Bessermacher”. Muss mir also selbst helfen. Aber wie??? Dank Deiner Tipps bin ich heute endlich wieder optimistisch. Danke für den Hinweis mit dem Bindungssignal, dem ausreichenden Abstand zum Reiz, dem Weglassen vom Futter, dem aktiven und passiven Reizverarbeiten usw. Hoffe nun, dass es noch nicht zu spät ist, da ja die “Sozialisierungsphase” vorbei ist. Die habe ich sowieso eher mit Ruhehalten verbracht, als mit Dauerlernprogramm.
    Bin ganz beeindruckt von Deiner Präzision, wie hier das Zusammenspiel vom knappen Zeitfenster, Bindung, Emotion und Lernverhalten beschrieben wird. Wie wenig Chancen man eigentlich hat, nur wenige Fehler zu machen. Ich habe nun schon viele Chancen für einen perfekten Bindungsaufbau verpasst. Aber habe jetzt auch wieder Hoffnung, das mit den Fahrrädern und Autos auf der Straße doch noch hinzukriegen. Vielen Dank.

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