Beziehung / Erziehung

Hundetraining – Mein Ziel

Hundetraining - Mein Ziel
geschrieben von Carsten Wagner

Was ist mein Ziel mit meinem Hund? Würde man mich fragen, welche Ziele ich mit meinen Hunden in Zukunft habe, müsste ich offen gestehen, dass es nur eines ist: „Der Hund soll bei mir sein wollen, nicht müssen!“ Würde man mich fragen, was ich von meinem Hund in Zukunft erwarte, wäre meine Antwort: „Der Hund soll ein ruhiger, ausgeglichener Begleiter zu sein!“

Fragt man mich, wie viel Zeit ich für das „Training“ investiere, um diese beiden Ziel zu erreichen, wäre meine Antwort: es geht bei mir nicht um Training, sondern um eine Lebenseinstellung. Denn mit Hunden leben bedeutet, präsent und authentisch zu sein.

Würde man mich fragen, welche Ratschläge ich für eine gute Beziehung hätte, wären es folgende:

• Verliere dich nicht in Flüchtigkeit!
• Erzwinge nicht, was Zeit benötigt!
• Ringe dir vor allem dein Handeln nicht ab. Wenn du es tun musst, wirst du scheitern.
• Nimm deinen Hund an, wie er ist.
• Lerne dich und deinen Hund verstehen, dann begreifst du auch seine Emotionen.
• Verstehst du seine Emotionen, dann verstehst du seine Motivationen.
• Verstehst du seine Motivationen, dann verstehst du sein Verhalten.
• Verstehst du sein Verhalten, dann fällt es dir auch nicht mehr schwer, ihn anzunehmen, wie er ist.

Mit Hunden leben bedeutet für mich, die Natur besonnen erleben zu dürfen. Durchstreife ich mit meinen Hunden z. B. die Wälder, wie hier im bayerischen Wald, empfinde ich Dankbarkeit, mein persönliches Ziel erreicht zu haben. Meine Hunde folgen mir, weil sie es möchten und nicht weil sie es müssen! Es ist für mich ein gutes Gefühl zu wissen, den Hund im Kopf loslassen zu können, weil man im Vertrauen steht, dass er nicht jagen geht, immer den Anschluss von sich aus findet und wenn nötig das Signal zum Anschluss freudig akzeptiert.

Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern einzig und alleine um ein ruhiges, natürliches, vertrauensvolles Miteinander. Beziehungen sollten als individuell betrachtet werden. Keine gleicht der anderen. Mensch-Hund-Beziehungen unterliegen unzähligen Bedingungen, die stetige Veränderungen in den Konstellationen verursachen. Für den einen kaum spürbar, für den anderen eine permanente Auseinandersetzung. Keine Beziehung ist dabei als gut oder schlecht zu bewerten. Sie sind Ausdruck innerer und äußerer Einflüsse und daher nicht mit einem Wert zu belegen. Tun Sie es dennoch, werden Sie im Vergleich stecken bleiben.

PS: Meine Ziele sind meine Ziele und müssen nicht die Ihren sein.

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Carsten Wagner

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