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Von Hysterie zur Ausgeglichenheit – Ein Staffordshire Terrier bekommt sein Gleichgewicht zurück!

Staffordhire Terrier - am Strand
geschrieben von Carsten Wagner

Auffälligkeiten im Hund haben eine Ursache. Es ist die fehlende Balance zwischen erregten und gehemmten Prozessen im Nervensystem. Innere Ruhe und das Ausarbeiten der Reizschwellen bezüglich Auslösern kann den Hund deutlich stabilisieren. Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht von Sissi Franz aus Bochum.

Eine zweite Chance

Lotte habe ich mit fünf Jahren von einer Tierschutzorganisation übernommen. Sie ist ein Staff-Mädchen. Ich nehme gerne die Auflagen des Landeshundegesetzes in Kauf, weil ich diese Rassen unheimlich liebe. Sie sind tolle Familienhunde und treue Begleiter, die immer gut gelaunt durchs Leben gehen.

Lotte habe ich 14 Tage lang fast täglich besucht, um feststellen zu können, ob sie zu meinen Lebensumständen passt. In dieser Zeit war Lotte ein absolut netter Hund, der extrem freundlich zu Menschen ist. Das hat sich auch bis heute nicht geändert. Lotte liebt alle Menschen und findet Kinder zum Knutschen.

Probleme zeigen sich, wenn der Hund zu Hause angekommen ist.

Als Lotte dann bei mir einzog, zeigte sich, dass sie doch ein paar Probleme hatte. Sie war an der Leine extrem aggressiv gegenüber Artgenossen, sie hatte einen nicht zu kontrollierenden Jagdtrieb. Dieser äußerte sich, wie ich ihn vorher bei keinem Hund erlebt hatte. Wenn sie einen Bewegungsreiz wahrnahm, wurde sie völlig hysterisch und war nicht mehr ansprechbar.

Dieser Zustand konnte sehr lange anhalten.
Leider genügten alltägliche Dinge, wie z.B. ein Strandspaziergang, damit Lotte in Trieblagen rutschte, die man kaum händeln konnte. Jeder kann sich vorstellen, wieviel Stress für Hund und Halter daraus entstehen.

Jeder Hund ist anders gelagert, daher muss das Training auch individuell geschneidert sein!

Da dies nicht mein erster Hund ist und ich schon diverse Hunde ausgebildet hatte, versuchte ich dieses Verhalten umzulenken, was aber kläglich misslang. Selbstverständlich besuchten wir eine Hundeschule, um die ganzen Probleme in den Griff zu kriegen. Dieser Trainer konnte Lotte wirklich gut lesen und mir erklären, warum sie diese Probleme hatte, aber leider fanden wir nicht wirklich ein Rezept dagegen.

Ich merkte ziemlich schnell, dass ich hier mit klassischen Methoden keinen Erfolg haben würde. Einen positiven Reiz zu setzen, wenn ein Hund in Trieblagen rutscht, in der er nicht mehr ansprechbar ist, ist unmöglich. In dieser Zeit machten Spaziergänge mit meiner Maus nicht wirklich Spaß und sie abzuleinen wäre unmöglich gewesen.

Es gibt keine Zufälle in Leben!

Dann entdeckte ich durch Zufall einen Bericht über Carsten und sein Verständnis mit Hunden zu leben. Ich fand den Bericht sehr interessant und nahm mit ihm Kontakt auf.

In unserem ersten Treffen stellte ich sehr schnell fest, dass mir hier jemand gegenüberstand, der über sehr viel Sachkompetenz verfügt. Aber bei Carsten lernt man keine klassischen Ausbildungsmethoden, sondern eine ganz andere „Ausbildungsmethode“ kennen. Wobei Ausbildungsmethode irgendwie das falsche Wort ist. Es ist eher den Hund zu verstehen, sich selbst zu reflektieren und an sich zu arbeiten, damit aus Hund und Mensch ein Team wird.

Während unserer gemeinsamen Trainingszeit habe ich auch sehr viel über mich selbst gelernt und das hat mir extrem geholfen meinen Hund zu verstehen. Ich habe bei Carsten gelernt wie man seinem Hund beibringt Stress und Frustration auszuhalten und das meine Maus lernt Dinge abzugeben.

Staffordshire Terrier und die Katze

Dank Carsten sind wir inzwischen ein tolles Team. Lotte liegt heute am Strand und schläft, das wäre früher undenkbar gewesen. Lotte hat heute Kumpel, mit denen sie spielt und die uns sogar Zuhause besuchen. Sie ist und bleibt eine Persönlichkeit und kann auch heute noch ihren Unmut zeigen, aber ich erkenne das sofort und aufgrund der Tatsache, dass sie heute Frust aushält, kann ich sie sofort aus der Situation abrufen.

Es geht nie um Gehorsam – zwischen interessiert und spannen liegen Welten!

Sie findet auch heute nicht alle anderen Artgenossen toll, aber sie geht brav an durchhängender Leine vorbei, selbst wenn sie massiv angemacht wird. Auch findet sie weiterhin Bewegungsreize interessant, aber sie löst nicht mehr aus. Wir gehen ohne Leine an spielenden Eichhörnchen vorbei, die sie interessiert betrachtet, aber ansonsten ignoriert. Am Anfang unserer Zeit, wäre das undenkbar gewesen. Da konnte es passieren, dass sie mir die Leine aus der Hand riss und versuchte den Baum hoch zu kommen.

Wir sind heute beide sehr glücklich – mein Hund, weil er sehr viel Freiheit genießen kann und ich, weil ich unsere Spaziergänge genießen kann.

Ja, auch heute kann es noch ganz selten passieren, dass sie auf andere Artgenossen reagiert, aber nur dann, wenn ich unsicher werde. Wenn wir z.B. auf einen nicht angeleinten Hund treffen und ich den Besitzer nicht sehe. Aber das ist meine Baustelle und es hat keinen Einfluss auf unser Vertrauensverhältnis. Mein Hund vertraut mir blind.

Carsten gehört für mich zu den wenigen Trainern, die ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Danke Carsten, dass Du uns auf unserem Weg begleitet hast.

Sissi Franz aus Bochum

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Mit Hunden leben - Hundeschule
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Carsten Wagner

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