Welpenerziehung

Welpenerziehung – wann und wie?

Welpe-Platz-mit-10-Wochen
geschrieben von Carsten Wagner

Es dauert, solange wie es dauert!

Meine bessere Hälfte sagte gestern: „Deine Seite ist richtig lahm geworden!“. Da hat sie Recht. Wenn ich mich in etwas verliere, dann blende ich das „normale“ Leben komplett aus. Ich kann gar nicht anders. Ich glaube, dass ich manchmal ähnlich ticke wie ein Hund. Zeit ist für den Hund eine Währung, die jedoch anders verstanden ist, wie es bei uns Menschen der Fall ist. Bei einem Hund dauert es so lange, wie es dauert! Der Mensch hat im Alltag von Haus aus keine Zeit!

Bildest du einen Welpen aus, dann sollte man die Zeit im Auge haben, ohne in Zeitdruck zu gelangen.

Was kann ich einem Welpen in 5 Wochen beibringen?

Der Video-Welpenkurs ist nun in der 5. Woche. Viele fragen sich, was man einem Welpen in 5 Wochen beibringen kann? Ich sage dazu, dass dies gar nicht die Frage ist! Vielmehr darf man sich fragen, was ich dem Welpen in 5 Wochen beibringen sollte, oder besser nicht!

Der Video-Welpenkurs umfasst die Entwicklung von der 8.-16. Lebenswoche. Warum gerade diese Zeit?

Sie fördert das Potential von:

  • Sozialer Intelligenz
  • Emotionaler Intelligenz
  • Motorischer Intelligenz
  • Sensorischer Intelligenz

Im Video-Kurs erfährst du durch „Live-Aufnahmen“ die Entwicklungsschritte von Skipper.

Was hat Skipper in den 5 Wochen gelernt? Nichts! Frage anders! Was habe ich unternommen, um Skipper in seiner Charakterbildung zu fördern. Eine Menge!

Skipper ist nun 13 Wochen. Womit haben wir uns beschäftigt?

Einige Themen aus der Welpenerziehung aufgelistet:

  • In 17 Tagen zum konfliktfreien Alleinbleiben (2-3 Stunden). Warum brauche ich das? Wir haben selten länger als 3 Wochen Urlaub am Stück!

    Ruhende Elemente
  • Sitz: Aufbau ohne Futter. Warum brauche ich das? Er soll lernen, sich auf die Umwelt einzulassen!
  • Sitzen bei starken Ablenkungen in Distanz (Baumarkt, spielende Hunde).
  • Aus dem Spiel mit Hunden herausholen und sitzen lassen. Dabei geht er sofort in die Orientierung zum Halter. Warum brauche ich das? Hunden, die nur bespaßt werden, fällt es schwer, aus der Aktivität in die Ruhe zu schalten. In der Regel sind diese Hunde dann stark frustriert, weil sie nie gelernt haben, wirklich abzugeben. Ich lege den Grundstein hierfür.

  • Decke/Ablage Aufbau ohne Futter. Warum brauche ich das? Der Hund soll auf der Decke in die Ruhe finden. Er soll sich aktiv mit der Umwelt auseinandersetzen! Viele wünschen sich einen Welpen / Hund, der im Restaurant, oder wo auch immer, auf seiner Decke in die Ruhe schalten kann und schläft. Ich lege hier den Grundstein.


  • Ablage bei hoher Ablenkung (spielende Hunde, starke Geräuschkulisse, Triebwechsel, wie schon beim Sitzen beschrieben). Warum brauche ich das? Hunde, die in Welpenspielstunden nur spielen erlernt haben, können im Alter selten liegen bleiben, vor allem dann nicht, wenn am Horizont Aktivitäten mit Dynamik zu beobachten sind! (tobende Hunde auf Wiesen, spielende Kinder, die Bälle werfen, plötzlich auftretende Geräusche usw.)

    Elemente aus der Bewegung
  • Skipper geht aus dem Beutespiel in den Triebwechsel. Im Video gezeigt, Triebabbruch aus der Bewegung. Warum brauche ich das? Will ich meinen Hund später aus jagdlichem Verhalten herausholen, muss ich den Grundstein hier legen. Will ich meinen Hund aus dem dynamischen Spiel mit Hunden herausholen, muss ich den Grundstein hier legen. Will ich den Hund …, die Liste ist lang!

  • Triebwechsel aus der Bewegung in die Ruhe. Skipper wird aus der Bewegung herausgerissen. Ich setze Skipper auf den Tisch und er schaltet in wenigen Augenblicken in die Orientierung zum Halter, während der Dummy vor dem Tisch liegt! Warum brauche ich das? Je nachdem, welches Temperament dein Welpe in sich trägt, und welche Rasseeigenschaft sich nach außen drängen, kann es ratsam sein, eine saubere Impulskontrolle auszuarbeiten. Je aufgeregter und energetischer dein Hund, um so wichtiger ist es, eine konfliktfreie Erregungskontrolle aufzubauen. Hemmungen müssen im Welpen aufgebaut werden. Im Erwachsenenalter ist es meistens nur noch mühsam, den Hund in seine emotionale und mentale Kontrolle zu bringen.

  • Folgetrieb: Skipper bleibt beim Spaziergehen immer im kooperativen Anschluss. Er läuft zu keinen Menschen hin und rennt auch nicht zu Hunden. Warum brauche ich das? Wir Menschen wünschen uns, dass uns der Hund später einfach nachläuft! Die Bedingungen dafür setze ich im Welpenalter. Warum dies das dritte Lernziel im Welpenkurs ist, erfährst du in allen Einzelheiten im Kurs. Damit dir jemand folgt, benötigst du Voraussetzungen. Beispiel Skipper: Er ist ein sehr in sich gestärkter Welpe. Mit einem enormen Urvertrauen ausgestattet, kommt er nicht einfach so, nur weil du ihn rufst. Er findet die Stabilität in sich selbst und lässt dich auch gern mal stehen. Wie ich wann etwas mache, damit er ohne Futter den Weg zu mir findet, erfährst du im Kurs.
     
Welpen müssen lernen, sich am Menschen auszurichten, nicht am Hund!

  • Skipper steht so optimal in der Bindung zum Menschen, dass er sich beim gemeinsamen Laufen mit dem eigenen Sozialverband, ohne Schwierigkeiten von der Hundegruppe löst und sich sofort an der Bezugsperson ausrichtet. Dabei sei anzumerken, dass Skipper zu Emma einen enormen Bezug hat. Emma erzieht Skipper auf unschätzbare Art und Weise. Im Kurs mehr dazu. Warum brauche ich das? Richtet sich der Welpe zu stark an meinen schon vorhandenen Hunden aus, werden sich hintenraus einige Schwierigkeiten ergeben können.
  • Der ältere Hund stirbt. Der Hund verliert nicht selten seine komplette Ausrichtung.
  • Deine Hunde gehen jagen und zeigen Verhaltensauffälligkeiten? Dein Welpe beginnt sofort zu adaptieren. Er wird sich von den anderen Hunden anstecken lassen, weil du nie das Zentrum der Bindung warst!


  • Bindungssignal Aufbau ohne Futter: Skipper unterlässt Aktionen und bindet sofort an den Halter! Beispiel: Skipper wird von Menschen angesprochen und ein Signal reicht, um den Welpen in den Bezug zu mir zu bringen.
  • Bindungssignal mit Futter: Skipper kommt aus dem Sozialkontakt mit 4 Hunden sofort in die Orientierung zum Halter. Warum brauche ich das und worin liegt der Unterschied der beiden Vorgehensweisen?

  • Futterlaufen: Ausbilden von motorischen Fähigkeiten. Wie ein Hund im späteren Leben Bewegungsabläufe verstehen lernt und anwenden kann, legt sich in diesem Alter. Wie jemand sich später bewegen kann, hängt davon ab, wie die neuronalen Verknüpfungen im Schaltplan der Bewegungen gesetzt werden. Eine professionelle Balletttänzerin fängt nicht mit 30 Jahren an zu tanzen.
  • Futterlaufen mit hoher Ablenkung: Skipper hält die Konzentration auch bei massiven Ablenkungen durch andere Hunde. Im Video zu sehen. Warum brauche ich das? Alles, was die Konzentration im Hund fördert, ist mir lieb. Möchte ich später mit meinem Hund sportliche Aktivitäten absolvieren, egal in welchem Bereich, lege ich den Grundstein jetzt. Zum einen macht es dem Welpen Freude, zum anderen hilft mir das Futtertreiben in extremen brenzligen Situationen, den Welpen zu desensibilisieren. Dazu aber mehr im Kurs.


  • Umwelttraining: systemischer Aufbau, um die Umwelt im vollen Umfang begreifen zu können. Kleine Sequenz im Video gesehen! Warum ich das Umwelttraining an 7. Stelle im Videokurs setze, erfährst du ebenfalls im Kurs.

  • Sozialkontakt: Skipper hat gestern den 9. Sozialkontakt erfahren. Im Videokurs erfährst du genau, warum ich welchen Hund, wann mit Skipper in Kontakt gebracht habe. Der Kurs zeigt dir genau, warum klassische Welpenstunden Gift für die Entwicklung sein können.

Bullterrier Welpe und Jack Russell Terrier Welpe
Bullterrier-Welpe trifft auf Jack Russell Terrier-Welpe

Lerninhalte bis zur 12 Lebenswoche sind in der Summe immens!


Der Trailer zeigt die Lernziele bis zur 12. Lebenswoche. Da sich der Kurs bis zur 16. Lebenswoche erstreckt, haben wir nun noch 4 Wochen vor uns. Was sich in 4 Wochen in Skipper entwickelt, wirst du im ganzen Kurs erfahren.

Der Videokurs klingt dir zu anstrengend? Das ist vollkommen in Ordnung. Hast du einen Welpen, der immer brav ist, nie widerspricht und niemandem zu Nahe treten will, dann brauchst du dich um nichts zu kümmern.

Ich sage nur dazu, dass es bei einem verkorksten Anfang des Welpen in Zukunft deutlich anstrengender wird, das Erwachsene umzuformen, in welchem Bereich auch immer. Zum anderen sage ich, dass der Mehraufwand viel geringer ist, als du vielleicht jetzt glaubst!

Bei aller Komplexität ist es das Wenige, was Skipper in die optimale Entwicklung bringt. Täglich kleine Sequenzen, die nicht jeden Tag das gleiche Thema (Sitz mit Ablenkung usw.) beinhalten dürfen. Warum? Das erfährst du in diesem Kurs.

Wir machen weiter.

Das könnte Dich auch interessieren!

Über den Autor

Carsten Wagner

Kommentieren