Hundeerziehung

Bullterrier Seminar

Bullterrier Seminar
geschrieben von Carsten Wagner

Am Wochenende, 6.7. – 7.7. 2019, freu sich Mit Hunden leben – Hundeschule auf ein sehr interessantes kleines Seminar. Man hat es nicht oft, dass man von einem Züchter kontaktiert wird, der aus ehrlichem Interesse heraus, mit einer Hand von auserlesenen Kunden, zwei komplette Trainingstage bucht, um sich selber neue Anreize zu verschaffen, die die Welpenentwicklung im eigenen Zwinger positiv begleiten kann.

Wenn es dadurch möglich ist, die Miniatur-Bullterrier im Wesen und im Charakterbild dahingehend zu unterstützen, sich wieder ausgeglichener und beständiger zeigen zu können, begleite ich diese Idee mit einem guten Gefühl.

Interessant wird es wohl werden, schon allein deshalb, weil die daran teilnehmenden Hunde aus einem Zwinger stammen. Das dadurch entstanden breite Spektrum an charakterlichen Konstitutionen bringt Schwung in die Analyse und wird dem Halter behilflich sein, den eigenen Hund besser verstehen zu können, um in holprigen Alltagssituationen besser zu agieren.

Verhalten ist Ausdruck komplizierter neurologischer Prozesse.

An diesen beiden Wochenendtagen werden wir über die Zusammenhänge von Temperament, charakterlichen Konstitutionen und der damit in Verbindung stehenden Wechselwirkungen der verschiedenen Nervensysteme sprechen. Wir werden kurz darauf eingehen, wie Verknüpfungen im Hund tatsächlich angelegt werden und am Rande klären, warum der eine Hund schneller und besser verstehen lernt, als der andere.

Impulskontrolle in der Ablage. Subtiles Justieren.

Bereits der Umstand, dass wir unterschiedliche Generationen eines Zwingers antreffen werden, wird uns ein breites Spektrum ermöglichen, den Kunden die Möglichkeiten der Lernverknüpfungen im Welpen, aber auch im erwachsenen Hund zu erklären und vor allem zu zeigen. Wir können uns so ein Stück weit auf die Entwicklungsphasen und den damit in Verbindung stehenden Ausbildungsmöglichkeiten eines Welpen einlassen, die durch ihre eventuell vorherrschenden konstitutionellen Unterschiede im Nervensystem auf ganz unterschiedliche Trainingsansatzmöglichkeiten anspringen werden.

Strafmodell Schlauchtechnik zeigt komplizierten Ablauf der Strafe

Auch werden wir uns spannenden Themen erwachsener Bullterrier widmen können, die allen Beteiligten unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten plastisch vor Augen halten werden, was einen großen Aha-Effekt auslösen kann, da wir dadurch begreifen lernen, dass es nie den Ausbildungsweg der Ausbildungswege gibt. Durch eine vereinfachte Darstellung neuronaler Prozesse im Verhaltensaufbau, wird den Teilnehmern ein Licht aufgehen, warum und wie ich bei einem Hund mit einem bestimmten Nervenkonstrukts im Strafbereich oder aber auch im Belohnungssystem arbeiten muss, um optimalen Lernverknüpfungen zu legen.

Bullterrier geht in die Ruhephase.
Strafe ist nicht für jeden Hundetyp geeignet.

Dazu werden wir uns rein theoretisch mit einem Ausbildungsmodell, der sogenannten Schlauchtechnik, welche im Bereich der positiven Strafe ihre Anwendung findet, bis auf die Grundmauern beschäftigen, um den Teilnehmern die damit in Verbindung stehenden Grundvoraussetzungen einer Strafe vor Augen zu halten. Zum Schluss sprechen wir über die Vorteile, aber auch über die gravierenden Nachteile, dieses und weiterer Systeme.

Emotionen sind der Schlüssel für die Veränderung!

Wir werden uns ausführlich mit der Arbeit von Emotionen auseinandersetzen, um die Verhaltensketten in wünschenswerte Richtungen zu legen. Unweigerlich wird es dazu führen, dass wir den notwendigen Ablaufplan, um Verhaltensauffälligkeiten aufzulösen, erlernen und anwenden können.

Zwangsläufig werden wir uns auch die große Frage stellen, ob jeder Hundehalter die optimale wünschenswerte Seelenbeziehung zu seinem Hund führen kann. Das große Thema des Beziehung-Aufbaus wird ebenfalls angerissen werden, um die Teilnehmer darin zu stärken, keinem falschen Idealbild hinterherzurennen, da dies auf Dauer unglücklich machen kann. Beziehung ist ein dehnbarer Begriff, da er keiner Norm entspricht und einer stetigen Wechselwirkung in der Interaktion zweier Individuen unterliegt.

Dieser kleine angerissene Plan wird sich sicherlich in den beiden Tagen in eine gewisse Eigendynamik ausrichten. Spaß wird es auf jeden Fall machen. Ein Star ist mir derzeit schon bekannt: Turbo-Uschi Chabibi mit ihrem sympathischen Wesen im Miniatur-Bullterrier-Kostüm. Ich bin nun auf die anderen Kandidaten gespannt.

Ich freue mich auf einen sommerliches Wochenende mit viel Input und guter Laune.

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Carsten Wagner

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