Hundeerziehung

Miniatur Bullterrier – Seminar

Das kleine Bullterrier Seminar - Trailer
geschrieben von Carsten Wagner

So was gab es noch nie! Das „kleine“ Bullterrier Seminar war speziell auf den Miniatur Bullterrier ausgerichtet. Fragen zu Ausbildung, Charaktertyp, rassebezogene Besonderheiten (Frustration, Erregungskontrolle, Angst, Hypervigilanz, Aggression usw) konnten von den Teilnehmern offen und kritisch gestellt werden. Spannend waren die Sichtweisen eines Züchters und eines Hundetrainers, die auf Augenhöhe mit allen Teilnehmern sachlich und konstruktiv diskutiert wurden.

Die beiden Seminartage waren alles andere als langweilig. Welche Erfahrungen und Themen diese Tage mit sich gebracht haben, können Sie nun im folgenden Artikel lesen. Der unten eingebundene Trailer zeigt mit beeindruckenden Bildern die Stimmung der beiden Tage. Fazit: Es war ein Erfolg für alle Teilnehmer.

Der Trailer des kleinen Bullterrier Seminars.

Das kleine Bullterrier-Seminar, vom Züchter unforgettable paws ins Leben gerufen, war ein voller Erfolg. Die Erwartungen waren mindestens genauso groß, wie die Entfernungen, welche die Teilnehmer zurücklegen mussten. Thüringen, Bayern, Bielefeld. Eine weite Strecke, wegen eines Seminars, dass sich ausschließlich mit dem Miniatur-Bullterrier beschäftigen sollte.

Auf dem idyllisch gelegenen Hundeplatz des DMC Leichlingen, konnte ungestört der umfassende, theoretische Teil vermittelt werden, der den Haltern der Miniatur-Bullterriern die Basis für die 2 Tage näher brachte, um sich im alltäglichen Umgang mit dem Miniatur-Bullterrier den Hintergründen ihres Handelns bewusst zu sein.

Mit der Theorie fängt alles an!

Die vielen theoretischen Einheiten beleuchteten rassespezifische Fragen bezüglich Charakter, Wesenstyp und Temperament ihrer mitgebrachten Hunde. Veranschaulicht besprochen, analysiert und in der Praxis erkannt, gab das theoretische Hintergrundwissen den Haltern Aufschluss darüber, wer ihre Hunde tatsächlich sind. Man fühlte situativ die Überraschung, den eigenen Hund hier und da anders eingeschätzt zu haben.

Soziale Kompetenz entwickelt sich schon beim Züchter!

Alle Hunde von Claudia und Martin sind mir mit ihrer hervorragenden sozialen Kompetenz aufgefallen. Eine Runde von 13 anwesenden Menschen mit immer wieder verschieden auftreffenden, und manchmal fremden Hunden – Duki, Emma, Rocko, Jasper, Betty – ließen die Runde dennoch ruhig, friedlich, angenehm erscheinen, was der züchterischen Vorarbeit zuzuschreiben ist. Der züchterische Einfluss auf die Entwicklung der Welpen liegt unbestritten mit 2/3 der Verantwortung extrem hoch. Untereinander spielten die Welpen unterschiedlicher Würfe, ausgeglichen, mit einem breiten Spektrum an Verhaltensreaktionen, was wiederum auf eine sehr gute Sozialisierung schließen lässt.

Miniatur Bullterrier Welpen spielen auf dem Hundeplatz des DMC Leichlingen

Die Kommunikationskanäle der Welpen waren frei, was das Spiel in dem kleinen Haufen zu keiner Sekunde kippen ließ. Beste Sozialisierungsarbeit in der Zuchtstätte von unforgettable paws, die dem Welpenkäufer eine gute Grundlage bietet, mit seinem Hund auch später konfliktfrei Kontakt erleben zu dürfen. Wie sich die Dinge dann entwickeln werden, liegt in der Hand der zukünftigen Hundehalter. Warum dies so ist, wurde in dem „kleinen Bullterrier-Seminar“ praktisch veranschaulicht. Umweltbezogene Einflüsse kombinieren sich mit den mitgelieferten, genetisch fixierten, Standardprogramme zu weiteren komplexen Verhaltensweisen, die besonders durch den Umgang mit dem Welpen seitens des neuen Halters, einen modulierenden Faktor haben, welcher die Persönlichkeitsstruktur sowie den Wesens- und Charaktertyp entscheidend mitprägt.

Die Entwicklungsvielfalt von Nervenstrukturen unterliegt dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ der Nervenzelle.

Die teilnehmenden Welpen und erwachsenen Miniatur-Bullterrier aus dem Zwinger „unforgettable paws“ ließen uns ein breites Charakterspektrum analysieren und ihre typischen Charaktereigenschaften besprechen. Denn auch im Zwinger von Claudia und Martin sind die Würfe an keine einheitliche Produktionskette gebunden, die eine Charaktereigenschaft auf Vorbestellung punktgenau liefern kann. Wir besprachen den lethargischen Typ, den cholerischen Typ, den Sanguiniker und den Phlegmatiker. Alle Verhaltenstypen konnten wir in gewissen Anteilen bei den Hunden erkennen. Eine sehr gute Palette, um den Teilnehmern die damit in Verbindung stehende Wechselwirkung mit ihrer eigenen Persönlichkeit plastisch zu erläutern, worauf die empfohlenen Trainingsansätze besprochen und abgestimmt wurden.

Züchter können nicht genormt liefern!

Auch im Zwinger „unforgettable“ sind unterschiedliche Charakterstärken und Persönlichkeitsstrukturen zu finden. Aufgeweckt, freundlich, explorativ waren sie alle. Doch zwei Mäuse stachen mit ihrer Ambivalenz heraus. Traf man den richtigen Ton, konnten sie in Ruhe abgeben und schliefen mitten in der praktischen Erklärung anderer Hunde tief und fest. Dennoch fiel es mir nicht schwer, die beiden Hunde durch die mir bekannten Schwingungen in helle Aktivität und feurige Stimmung zu katapultieren. Sie wunden sich, wie die Fische im Netz und schnappten hier und da, um an Armen und Hals leichte, blutenden Schrammen zu hinterlassen. In keiner Weise aggressiv.

Frustration war Thema – Lösungsansätze wurden besprochen.

Ein genetisches Erbe des aktiven B-Typs. Widerstände werden mit Widerständen beantwortet. Kein Hund für jedermann. Darauf wird auch hingewiesen, wenn sich eine neue Familie für solch einen Nerventyp entscheiden möchte. Martin und Claudia betreiben Aufklärung, wie sie in meinen Augen sein sollte. Der Kunde ist hier nicht König, denn es werden keine Milchprodukte verkauft, die bei Ablauf des Haltbarkeitsdatums zurück in den Handel gebracht werden können, um von seinem Umtauschrecht Gebrauch machen zu dürfen.

Aufklärung statt Verkaufszahlen!

Die beiden Züchter sind stetig bestrebt, die energetische Kompatibilität von Hund und Halter nach bestem Wissen und Gewissen in Übereinstimmung zu bringen. Das merkt man nicht nur im Gespräch mit den beiden, sondern fiel in den Mensch-Hunde-Beziehungen der Teilnehmer auf. Sie haben alle zusammengefunden und keiner klagte ein Leid mit dem Hund. Ein gutes Auge, was situativ allerdings auch dazu führen kann, dass einem festgefahrenen Welpenkäufer der Kauf eines Welpen verweigert wird, wenn der Welpe mit der Wunschfarbe des Kunden charakterlich und energetisch nicht kompatibel ist. Hier scheuen sie auch nicht die Kritik von außen. Sie bleiben ihren Überzeugungen treu, um den Welpen das optimale zu Hause bieten zu können.

Sie leisten eindeutig Überzeugungsarbeit, denn es liegt unbestritten in der Verantwortung des Züchters, sich der energetischen Kompatibilität und der damit in Verbindung stehenden Wechselbeziehung der Charakterbilder von Mensch und Hund bewusst zu sein. Was energetisch nicht schon von Anfang kompatibel ist, wird gerade vom Laien auch nicht kompatibel gemacht werden können. Wenn die Chemie nicht stimmt, dann stimmt sie einfach nicht!

Ehrliche Wege führen zum Erfolg!

Die auffällige Erfolgsquote dieser Vorgehensweise zeigte sich in den bunt gemischten Mensch-Hund-Beziehungen, die trotz unterschiedlicher Temperamente einen guten Draht zueinander verraten haben. Ein Miniatur-Bullterrier fiel durch ein etwas höheres Energiepotential auf. Er war wach, schnell und zeichnete sich durch eine überdurchschnittlich schnelle Lernbegabung aus. Wie unterschiedlich der Umgang mit dem Hund innerhalb der beiden Halter angegangen werden sollte, besprachen wir intensiv. Aufgeweckte, fast schon vorwitzige Hunde spielen gern aus.

Teilnehmer bringt einen temperamentvollen Miniatur Bullterrier Welpen in die Ruhe.

Sie finden durch ihr extrovertiertes Verhalten stetig eine Lücke, um die gesetzten Grenzen zu umgehen, vor allem dann, wenn der Reglementierende introvertierter Natur ist. Herzlich, liebevoll, behutsam.

Hier wurde der Halterin der technische Umgang bestätigt. Ganz aus dem Bauch heraus, hatten sie schon das richtige Gespür, diesen Typ Hund nicht mit der direkten Konfrontation zu erziehen, sondern mit lösungsorientierten Alternativverhalten, die den Hund augenblicklich in die Kooperation brachten.

Negativer / Positiver Verstärker hängt vom Nervensystem ab, nicht von ethischen Grundlagen!

Im Seminar wurden den Teilnehmern die neurobiologischen Hintergründe erklärt, bei welchem Hundetyp ein direktes Reglementieren sinnvoll ist und warum man es bei den anderen unterlassen sollte. Von dem einen wird der Strafreiz, aufgrund neuronaler Strukturen, kontextbezogen gar nicht als Strafreiz verstanden werden können, weil er vom Typ extrovertierte Natur ist, was folglich zu unsauberen Verknüpfungen und Konditionierungen führen kann. Doch was bei dem einen Charaktertyp keine Wertigkeit hinterlässt, führt bei einem anderen möglicherweise zum absoluten Zusammenbruch seiner Systeme.

Positive Strafe – Schlauchtechnik

Am schweizerischen Ausbildungssystem – soziales Lernen/Schlauchtechnik – wurden die komplexen, durchstrukturieren inneren Abläufe der positiven Strafe anschaulich übermittelt. Es war mir persönlich ein großes Anliegen, den Teilnehmern die Vor- und Nachteile eines Strafsystems fachlich zu übermitteln. Das System Schlauchtechnik bietet sich dazu an, da es mit seinem komplexen Inhalt die 4 Grundlegenden Bedingungen aufzeigt, um ein Strafmodell tierschutzkonform anwenden zu können.

Schlauchtechnik – Negativ Verstärker

Anonymität, Intensität, Timing und ein konditioniertes Signal, in diesem Fall ein Zischlaut, der den positiven Bezug zum Halter herstellen muss, um keine Konflikte in der Mensch-Hund-Beziehung entstehen zu lassen. Kein System für jeden Hund und definitiv kein Ansatz für jeden Menschen.

Strafmodelle bedürfen der großen Fähigkeit, sich selbst reflektieren zu können. Emotionale Kompetenz steht im Fokus, um dieses Modell anwenden zu können. Vom Schweizer gut durchdacht, wird es durch seine Komplexität dem Laien oftmals zum Verhängnis.

Lernprinzipien am Miniatur-Bullterrier veranschaulicht!

Der Zusammenhang im operanten Konditionierungsmodel (negativ/positiv Verstärker) wurde mit der Wechselwirkung hemmender und erregender Prozesse im Organismus an den Hunden, durch Einbeziehung der gezeigten körperlichen Signale, anschaulich verdeutlicht. Auch die positiven Stresssignale wurden am Hund vorgeführt und besprochen. An den gezeigten Ausdrucksverhalten der Hunde wurde verdeutlicht, dass sich etwas Positives in etwas Negatives ändern kann, ohne sich in einem Strafmodell befinden zu müssen.

Temperament mit Charme

Die Hunde von „unforgettable“ zeigen ein breites Spektrum vieler Verhaltensweisen. Doch eines muss man ihnen lassen. Auch wenn der eine oder andere Kandidat situativ emotional etwas aus dem Ruder gelaufen ist, waren der aufkommende Frust und die steigende Erregung bezüglich Widerstand im Rahmen und er konnte durch eine herzliche Auseinandersetzung wieder in die Ruhe gebracht werden, ohne sich tatsächlich in einem hysterischen Anfall zu verlieren. Trotz der Unterschiede im Temperament der Hunde, machten alle einen sehr ausgeglichenen Eindruck.

Am praktischen Beispiel wurde den Teilnehmern vorgeführt, welche Möglichkeiten zu einer konstruktiven, mittelfristigen Veränderung, bezüglich Frustrationstoleranz führen, die dem Hund auch augenblicklich zur Ruhe durch Einsicht verhalfen. Es war für mich sehr spannend zu sehen, wie die alt hergebrachten Vorgehensweisen mancher Teilnehmer über Bord geworfen wurden, weil die Akzeptanz im Hund spürbar angenommen wurde, wodurch es ihnen möglich war, sich friedlich fallen lassen zu können.

Erregungskontrolle kann nur mit Gefühl und Nachsicht gearbeitet werden!

Ehrlichkeit und Zucht – hier ist sie zu finden.

Beeindruckend fand ich in diesem Zusammenhang die ehrliche Einstellung der Züchter, die äußerst transparent auch Fehler sachlich, ohne beschönigen zu wollen, kritisch beleuchtet haben. Das hat man selten. Züchter wie Martin und Claudia sind deshalb so sympathisch, weil sie an keinem der beiden Tage den Eindruck erweckten, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Sie standen zu ihren Fehlern und waren offen für konstruktive Kritik.

So wurden auch Verpaarungen besprochen, die anders als erhofft, die eine oder andere Schwäche mit sich brachten. Das nenne ich Verantwortung. Wer nicht den Mut hat, Fehler zu machen, entwickelt sich nicht weiter. In der Gesprächsrunde mit allen Beteiligten stach eine Eigenschaft heraus: Verantwortungsbewusstsein gegenüber getroffenen Entscheidungen. Alle Aspekte, auch die vielleicht weniger optimalen, wurden sachlich in der ganzen Runde besprochen.

In meinen Augen ist diese Transparenz sehr wichtig. Fehler sind menschlich und können, müssen passieren, um die Entwicklung voranzutreiben. Diese Transparenz wünschte ich mir bei so manchem Züchter. Es würde durchaus helfen, den verwaschenen Genpool in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Manchmal muss man einfach nur den Waschgang ändern, um den Dreck aus der Wäsche zu bekommen. Solange sich der Mut zur Transparenz jedoch versteckt hält, werden es immer die anderen sein, die den Miniatur-Bullterrier im Wesen verkorksen.

Der Hundehalter hat Schuld!

Sich als Züchter die Hände reinzuwaschen, wenn der 10 Wochen alte Welpe mit extremen Wesenszügen auffällt, ist aus dieser Sichtweise gar nicht mehr so einfach. Erlebt habe ich es oft, dass dem laienhaften Hundehalter – der in der Regel behutsam und unwissend jeden Fehler vermeiden will – auch von „namhaften Züchtern“ unterstellt wurde, sie hätten den Hund in nur drei Tagen versaut. Total verunsichert von der Aussage, manifestiert sich das schlechte Gewissen im Hundehalter, der nun noch betrübter dreinblickt und Hilfe sucht, die jedoch nicht beim Züchter zu erwarten ist. Kein Hundehalter, bei Sinn und Verstand, macht einen Welpen in drei Tagen nervlich kaputt, nur weil er den Wohnort wechselt. Die Ursache liegt mehr im skrupellosen Zuchtverhalten einiger Züchter!

Züchter mit Herz und Verstand.

Dieser Miniatur-Bullterrier-Züchter ist anders. Das Gespräch mit dem Kunden ist kein billiges Verkaufsgeschwätz. Der Welpe wird individuell eingeschätzt. Schon das Verhalten in den ersten Tagen wird beobachten, notiert und mit späteren Entwicklungsphasen verglichen. Jeder, der sich mit der neuronalen Entwicklung des Nervensystems auseinandersetzt, weiß, dass ein Welpe nichts anders ist, als ein physiologischer Ausdruck innersekretorischer Abläufe und Prozesse. Die Art und Weise, mit welcher nach Außen gerichteten Intension der Welpe die Milchbar in Anspruch nimmt, lässt die Entwicklung der ersten Persönlichkeitszüge erkennen. Extrovertiertes Verhalten und introvertiertes Verhalten lassen sich hier schon vermuten.

Wir müssen offen sein für Neues!

Mir persönlich haben vor allem folgende Eigenschaften der Züchter besonders gefallen: Die Offenheit für Neues, die Kritikfähigkeit, die Fähigkeit eigenes Verhalten und Entscheidungen zu reflektieren und das schon erworbene fachliche Hintergrundwissen zur Zucht, ohne dabei abgehoben zu wirken, was offen gestanden in den Kreisen züchterischer Überheblichkeit nicht mehr oft zu finden ist. Diese Eigenschaft erinnerte mich ein wenig an Marion Gärtner Jamin – Little Chili Peppers, ein Altzüchter ohne jegliche Star-Allüren. Auch sie bleibt im Gespräch offen, wirkt nicht allwissend und findet die Freude im Gespräch auf Augenhöhe. Eine Besonderheit. In der Regel sind die großen „Züchter“ satt vom Wissen. Die Augenhöhe ist im Gespräch nicht zu finden. Sie sitzen im Olymp und reiben sich die Bäuche, denn die guten Zeiten haben fett gemacht.

Ihre jungzüchterischen Anhänger machen es ihnen schon gleich. Gerade erst die Windeln gewechselt, wissen sie schon alles. 3 Sätze gehört, kennen sie schon alle neurologischen, tief verzweigten Prozesse in der genetischen Vererbungslehre. Nicht so die beiden erwähnten Züchter: Sie überzeugen durch Bescheidenheit. Getreu dem Satz: Der klügste Mann ist der, der weiß, dass er nichts weiß. Diesen Eindruck vermittelten mir Claudia und Martin. Der Grund des Treffens war an beiden Tag grundehrlich zu spüren. Sie wollen sich in vielen Bereichen weiterbilden.

Unterschiedliche Anregungen beeinflussen den Erfolg positiv.

Dabei wirken sie in den Entwicklungsphasen ihrer Welpen mit unterstützenden Maßnahmen, die ich nur bestätigen kann. Sie decken sich mit meinem Wissen, bezüglich Nervenstabilität bei Welpen. So fördern die beiden mit Weitsicht die Nervenstabilität ihrer Hunde, in dem sie eine durchdachte, systematisch, ablaufende Nervenstimulation gezielt bei den Welpen einsetzen, um die peripheren Nervenverknüpfungen anzuregen und sich verdichten zu lassen.

Wir wissen, dass die synaptische Plastizität das einzige Lernprinzip nervlicher Konzepte ist. Erfahren Hunde diese Maßnahme der Neurostimulation, ist in ausreichenden Versuchen belegt worden, dass ihr Gehirn früher ausgereift ist. Ihre Nerven sind aktiver, was die erregenden Prozesse in der Nervenzelle vorantreibt. Im äußeren Ausdruck spiegelt sich dies in extrovertierten Verhaltensweisen wider. Sie sind lernbereiter aufgrund des angeregten Stoffwechsels.

Neurostimulationen bewirken in einer ganz bestimmten Entwicklungszeit der Welpen eine verbesserte Anpassungsfähigkeit an fremde, neue Situationen. Die Ursache hierfür ist die fünffach produzierte Menge an Noradrenalin, welches sich äußerst positiv auf die Stressverarbeitung auswirkt und nebenbei auch dazu führt, dass die erhöhte Herzrate zu einer leistungsgesteigerten Aktivität neigt.

Werden die Welpen einem kontrolliertem Stressprogramm unterzogen, verbessern sich die autonomen Reaktionen im Organismus. Die Synaptische Plastizität (Ausbreiten der Nervenverbindungen) fördert den subkortikalen Bereich im Gehirn (Sitz der Emotionen), was unweigerlich dazu führt, dass er besser ausgereift wird. Nicht zu unterschätzen ist die damit in Verbindung stehende Förderung der Bindungsfähigkeit.

Die Gruppe des “kleinen” Bullterrier Seminars

Fazit: Das „kleine“ Bullterrier-Seminar entwickelte sich aus meiner Sicht zu etwas Großem. Keiner wusste genau, ob die Erwartungen bedient werden können. Die Entfernungen, die von den Teilnehmern zurückgelegt wurden, waren riesig. Heiko und Grit nahmen stolze 6 Stunden Anfahrtszeit auf sich. Alle Achtung und nochmals einen großen Dank an der Stelle, für die in Kauf genommene Strapaze.

Eines steht fest: Der ganze Umgang mit allen Teilnehmern beider Seminartagen war vertraut, persönlich, herzlich und ohne Befangenheit. Das hat man nicht oft. Und genauso wurden die Gespräche auch geführt. Denn sich in der Runde zu offenbaren, genau dann, wenn man beginnt, die Ursachen innerer Beziehungskonflikte zu analysieren, ist mutig und erhielt von allen Anerkennung. Diese Anerkennung zeigte sich auch in der praktischen Arbeit. Der Applaus bei absolvierten Übungen war authentisch, untermalt von ehrlicher Freude. Das motivierte auch den etwas Zurückhaltenden aktiv teilzunehmen, um lernen zu können.

Das „kleine“ Bullterrier-Seminar war ein Projekt der besonderen Art. Ein Projekt, an das wir uns alle noch sehr lange erinnern werden. Ein großes Dankeschön sagt:

Mit Hunden leben – Hundeschule.

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Über den Autor

Carsten Wagner

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